Venezuelas Rohölreserven und die Ressourcen Kanadas befeuern Trumps energiepolitische Ambition. Denkbar wäre ein neuer „Öl-Block“ als Gegengewicht zur OPEC – mit spürbaren Folgen für den globalen Ölmarkt, aber zum Vorteil der US-Wirtschaft.
Donald Trumps wirtschaftspolitischer Fokus liegt – neben tiefen Zinsen – auf reichlich Öl zu günstigen Preisen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die jüngste US-Intervention in Venezuela an Brisanz – aber auch Trumps Wunsch nach einer Angliederung von Kanada. Was ist der gemeinsame Faktor?
- Venezuela besitzt knapp 20% der weltweiten Rohölreserven – mehr als Saudi‑Arabien! Aufgrund politischer Instabilität und Sanktionen blieb dieses Potential aber jahrzehntelang ungenutzt.
- Die USA sind zwar derzeit der größte Ölproduzent der Welt, haben aber mit weniger als 3% globalem Anteil nur vergleichsweise geringe Reserven – im Gegensatz zu Kanada mit rund 11%!
Aus Sicht der USA bietet sich hier ein attraktives geopolitisches Kalkül:
- Kombiniert mit Kanadas reichen Ölvorkommen ließe sich ein zusammenhängender Energiekorridor von Nord‑ bis Südamerika formen (s. Grafik).
- Zusammen mit Venezuela und Kanada könnte in der US-Hemisphäre ein schlagkräftiges „Ölimperium“ entstehen – geführt von großen Akteuren der US-Ölindustrie.
Ein neuer „Öl-Block“ als strategischer Gegenpol zur OPEC – mit spürbaren Folgen für die globalen Energiemärkte, aber zum Vorteil der US-Wirtschaft, wäre das mögliche Ergebnis.
Offen bleiben vorerst insbesondere diese Fragen:
- Wäre ein derartiger Plan der USA nicht nur denkbar – sondern auch durchführbar?
- Würde mehr Stabilität im globalen Energiesystem resultieren – oder ein neuer Risikofaktor?
- Könnte auch noch der ölreiche Iran ins Spiel kommen – etwa nach einer US-Intervention?
